Klinik für Neurologie

Leistungsspektrum

Ambulante neurologische Spezialversorgung

Behandlung auf Überweisung

Unsere Klinik für Neurologie verfügt über die Ermächtigung zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung. Das bedeutet: Wir können gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten mit bestimmten neurologischen Erkrankungen auch ambulant behandeln – auf Überweisung durch Fachärztinnen/Fachärzte für Neurologie.

Damit schließen wir eine wichtige Lücke zwischen Praxis und stationärer Versorgung: Viele moderne neurologische Diagnostik- und Therapieverfahren lassen sich heute sicher und strukturiert ambulant durchführen – mit der Erfahrung und Infrastruktur eines Krankenhauses.

Für wen ist dieses Angebot gedacht?

Das ambulante Angebot richtet sich insbesondere an Patientinnen und Patienten mit

  • peripheren Neuropathien (z. B. entzündliche oder immunvermittelte Neuropathien)
  • chronisch entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems
  • weiteren neurologischen Krankheitsbildern, bei denen eine spezialisierte Diagnostik oder immunmodulatorische Therapie ambulant sinnvoll ist.

Was bieten wir im Rahmen der Ermächtigung an?

Im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung führen wir – je nach medizinischer Fragestellung – Untersuchungs- und Behandlungsmethoden durch, die eine neurologische Spezialisierung und engmaschige ärztliche Kontrolle erfordern.

Ein besonderer Schwerpunkt ist die ambulante Immuntherapie, unter anderem:

  • Ambulante Gabe von Immunglobulinen (IVIG)
  • Ambulante Therapie mit monoklonalen Antikörpern
    (je nach Indikation und individueller Therapieplanung)

Gerade bei immunvermittelten Neuropathien und chronisch entzündlichen Verläufen kann eine solche Therapie dazu beitragen, Beschwerden zu lindern, Fortschreiten zu bremsen und Lebensqualität zu stabilisieren – vorausgesetzt, Diagnostik, Indikationsstellung und Verlaufskontrolle greifen sauber ineinander.

So läuft die Behandlung ab

  1. Überweisung durch die neurologische Fachpraxis (Voraussetzung für die ambulante Behandlung im Rahmen der Ermächtigung)
  2. Terminvereinbarung in unserer Ambulanz/Infusionssprechstunde
  3. Sichtung der Vorbefunde und ärztliches Gespräch zur Einordnung der Fragestellung
  4. Diagnostik und Therapieplanung (inkl. Nutzen-Risiko-Abwägung und Aufklärung)
  5. Ambulante Therapie / Infusionen mit festgelegten Kontrollterminen
  6. Rückmeldung an die überweisende Praxis und abgestimmte Weiterbehandlung

Enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Neurologinnen und Neurologen

Wir verstehen die Ermächtigung ausdrücklich als Kooperationsmodell: Die langfristige Versorgung bleibt in der Regel in der neurologischen Fachpraxis verankert – wir übernehmen gezielt spezialisierte Diagnostik oder Therapiebausteine, wenn diese ambulant im Krankenhaus sinnvoll sind. So entsteht ein klarer, abgestimmter Behandlungsweg ohne Doppelstrukturen.

Was Sie zum Termin mitbringen sollten

  • Überweisung der neurologischen Fachärztin/des Facharztes
  • relevante Vorbefunde (Arztbriefe, MRT/CT-Berichte, Laborwerte, Medikamentenliste)
  • ggf. vorhandene Allergie-/Unverträglichkeitsangaben und Impfstatus (wenn verfügbar)

Bei Schlaganfallsymptomen wie z. B. Lähmungen, Gefühls- oder Sprachstörungen sollte immer sofort der Rettungsdienst über die Notrufnummer 112 alarmiert werden, denn der Schlaganfall ist immer ein Notfall. Jede Minute zählt um bleibende Schäden zu begrenzen und weitere Komplikationen zu verhindern.

Wir haben insgesamt acht Betten auf einer Station, die mit modernster Monitortechnik ausgestattet sind und die kontinuierliche Überwachung von Herzrhythmus, Atmung, Blutdruck und Körpertemperatur gewährleisten. Unmittelbar nach der Akutbehandlung setzt die Frührehabilitation durch Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie ein. Zudem wird durch weitergehende Diagnostik die Ursache des Schlaganfalls ermittelt um eine gezielte Therapieplanung durchführen zu können. Ggf. werden Patienten von uns aus zur weiterführenden Rehabilitationsbehandlung verlegt.

Unser neurologischer Bereich ist offizielles Mitglied im Neurovaskulären Netz Ruhr-Ost.

„Vor allem schnelles Handeln ist bei einem akuten Schlaganfall entscheidend. Je eher wir die Gefäße wieder geöffnet haben, desto geringer sind die Folgeschäden.“

Die Parkinsonerkrankung, dementielle Erkrankungen sowie Gangstörungen im höheren Lebensalter sind mit erheblichen Einschränkungen für die Betroffenen verbunden, Alltagsaktivitäten können nur noch erschwert oder kaum mehr durchgeführt werden.

Im Einzelfall muss abgeklärt werden, welche medikamentösen oder weitergehenden Behandlungsansätze zur Linderung der Symptome neben der unterstützenden Therapie durch Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie infrage kommen. Für Parkinsonpatienten steht zudem die standardisierte Komplexbehandlung zur Verfügung, die verschiedene Therapiemodule beinhaltet.

Parkinson Besser behandeln – mit System

Die Parkinson-Komplextherapie ist ein spezialisiertes stationäres Behandlungsangebot für Menschen mit Morbus Parkinson und verwandten Erkrankungen. Ziel ist es, die Lebensqualität durch eine individuell abgestimmte, intensive und interdisziplinäre Therapie deutlich zu verbessern.

Das bietet unsere Parkinson- Komplextherapie

  • Intensive ärztliche Betreuung
    durch erfahrene Neurologinnen und Neurologen
  • Anpassung der Medikation
    auf Basis aktueller Leitlinien und individueller Symptome
  • Physio-, Ergo- und Logopädie
    für Beweglichkeit, Selbstständigkeit und Sprache
  • Neuropsychologische Unterstützung
    bei kognitiven und emotionalen Herausforderungen
  • Sozialdienstliche Beratung
    zur Alltagsbewältigung, Versorgung und Nachsorge

Wer profitiert von der Komplextherapie?

Diese Therapieform eignet sich besonders für Patien-tinnen und Patienten mit

  • Fortschreitenden Parkinson-Symptomen
  • Häufigen Stürzen oder Gangunsicherheit
  • Problemen mit der Medikamenteneinstellung
  • Sprach-, Schluck- oder Denkstörungen
  • Starker Einschränkung im Alltag

Therapiedauer und Ablauf

  • In der Regel 2 bis 3 Wochen stationär
  • Interdisziplinäres Team unter neurologischer Leitung
  • Individueller Therapieplan mit klaren Zielen
  • Enge Abstimmung mit den weiterbehandelnden Haus- und Fachärzt:innen

Schwindel und Kopfschmerz können die Befindlichkeit dauerhaft einschränken, aber bei akutem Auftreten gelegentlich auch Symptom einer schwerwiegenden Grunderkrankung sein. Die genaue diagnostische Abklärung der zugrunde liegenden Störung ist daher notwendig, um neben der symptomorientierten ggf. eine ursächliche Therapie einleiten zu können.

Hierzu stehen unserer Abteilung neben der fachlichen Expertise alle erforderlichen bildgebenden, neurophysiologischen und neurosonologischen Verfahren zur Verfügung, sodass im Anschluss an den stationären Aufenthalt die Therapie mit dem Haus- oder Facharzt weitergeführt werden kann.

„Es gibt viele verschiedene Arten von Schmerz. Er fühlt sich bei jedem Menschen anders an und muss deswegen ganz eng und individuell begleitet werden.“

Alle Maßnahmen, um die Multiple Sklerose zu diagnostizieren und von ähnlich verlaufenden Erkrankungen abzugrenzen, können in unserem Bereich durchgeführt werden. Hierzu zählen neben der Kernspintomographie von Gehirn und Rückenmark die Analyse des Nervenwassers sowie die Ableitung sog. Evozierter Potentiale im Rahmen der neurophysiologischen Diagnostik.

Bei Krankheitsschüben führen wir hier eine hochdosierte Kortisontherapie durch und leiten ggf. eine weitergehende medikamentöse Behandlung zur Schubprophylaxe ein. Zudem überprüfen wir, inwieweit eine symptomorientierte Therapie zur Behandlung von Spastik, Blasenstörungen, Schmerzen oder Erschöpfung angezeigt ist. Für die Erörterung komplexer Fragestellung sowie komplizierter Verläufe stehen wir mit hochspezialisierten Zentren in Verbindung.

„Multiple Sklerose ist eine sehr unterschiedlich verlaufende Krankheit. Alle medizinischen Maßnahmen dazu können wir in unserem Bereich durchführen. Zudem arbeiten wir in der Differenzialtherapie mit hochspezialisierten Zentren zusammen.“

Erkrankungen der peripheren Nerven werden durch neurophysiologische Verfahren diagnostiziert und müssen hinsichtlich ursächlicher und symptomatischer Therapiemöglichkeiten überprüft werden.

Neben häufigen Ursachen wie Zuckerkrankheit und Vitaminmangel sind auch seltenere Ursachen zu berücksichtigen, die ggf. durch Nervenwasseranalyse oder feingewebliche Nervenuntersuchungen erkannt werden. Bei den Nervenwurzelerkrankungen, die häufig mit Schmerzen und Taubheitsgefühl sowie auch mit Lähmungen einhergehen, finden sich Bandscheibenvorfälle und Einengungen des Wirbelkanals als häufigste Ursachen. Sollte eine operative Therapie erforderlich sein, leiten wir unsere Patienten an entsprechende Spezialabteilungen weiter.

Für die konservative Therapie steht uns ergänzend die Kooperation mit einer invasiv arbeitenden Schmerztherapeutin zur Verfügung.

Epileptische Anfälle können Folge einer Erkrankung des Gehirns sein, die dringend abgeklärt werden muss. Hierzu stehen uns diagnostische Verfahren wie Kernspintomographie, Elektroenzephalographie und ggf. Nervenwasseranalyse zur Verfügung.

Wiederholen sich epileptische Anfälle ohne erkennbaren Auslöser ist meist eine Epilepsie die Ursache. Diese erfordert in der Regel eine medikamentöse Dauerbehandlung zur Vermeidung weiterer Anfälle. Medikamentöse Ein- bzw. Umstellungen nehmen wir in unserem stationären Bereich vor. Für lebensgefährliche Anfallshäufungen (,Status epilepticus‘) stehen intensivmedizinische Behandlungsplätze zur Verfügung.

Der Bereich Neurologie verfügt über 24 Betten und 8 Schlaganfall-Betten sowie Belegungsmöglichkeit auf den interdisziplinären Intensiv- und Komfortstationen.

Diagnostisch werden alle gängigen neurosonologischen (Doppler- und Duplexsonographie) und neurophysiologischen (Elektroenzephalographie, Evozierte Potentiale, Neurographie und Elektromyographie) Verfahren durchgeführt. Zudem erfolgt in unserem Bereich die testpsychologische Diagnostik und Nevenwasseruntersuchung nach Lumbalpunktion.

Unsere Kooperationspartner sind die Radiologische Praxis Dr. Falck im Hause zur Durchführung sowohl der modernen Schnittbilddiagnostik wie Computer- und Kernspintomographie als auch nuklearmedizinischer Verfahren, die Praxis Frau Dr. Mielke im Rahmen der schmerztherapeutischen Versorgung sowie die Kardiologen im Hause und die Gefässchirurgische Abteilung im St. Elisabeth Hospital Iserlohn.

Endovaskuläre Interventionen beim akuten Schlaganfall (Thrombektomie) werden in Kooperation mit der Neurologischen und der Radiologischen Abteilung des Klinikum Dortmund durchgeführt.