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Schilddrüsenerkrankungen

Definition

Schilddrüse

Die häufigste Erkrankung der Schilddrüse ist die Vergrößerung des Organs (Struma), die durch einen Jodmangel hervorgerufen wird. Diese Vergrößerung kann ohne Knotenbildung (Struma diffusa) oder mit Knotenbildung (Struma nodosa) auftreten. Die Schilddrüsenfunktion ist hierbei meistens normal .

Als zweithäufigste Erkrankung ist die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zu nennen, die beim M. Basedow und bei „heißen Knoten “ (Autonomie) festgestellt wird.

Bösartige Veränderungen der Schilddrüse sind selten und meistens gut behandelbar.

Symptome

Das häufigste Leitsymptom ist die sichtbare Schilddrüsenvergrößerung, auch „Kropf“ genannt. Hinzu kommen bei besonders großen Strumen Schluckbeschwerden und sogar Luftnot bei Belastung, da die Luftröhre eingeengt werden kann.

Die Überfunktion führt häufig zu Schwitzen, Gewichtsabnahme, Herzrasen, Durchfällen und erhöhte Gereiztheit. Beim M. Basedow können noch hervortretende Augäpfel hinzukommen (70%).

Ein Schilddrüsenkrebs macht insbesondere zu Beginn keine typischen Symptome.

Diagnostik

Durch eine Blutuntersuchung kann die Funktion der Schilddrüse gemessen werden. Die Ultraschalluntersuchung dient dazu, Größe und Knotenbildung nachzuweisen. Die Szintigraphie kann „kalte“ und „heiße Knoten“ unterscheiden und darstellen.

Therapie

• konservativ

Grundsätzlich können viele Schilddrüsenerkrankungen mit Medikamenten therapiert werden. Bei kleineren Strumen kann eine Radio-Jod-Behandlung erfolgreich sein.

• operativ

Wir operieren bei folgenden Anzeichen:
– wenn der Kropf so groß ist, dass er mechanische Probleme verursacht
– bei „heißen Knoten“, die nicht durch eine Radio-Jod-Therapie behandlet werden können
– bei Überfunktion, wenn die konservative Therapie versagt oder Nebenwirkungen durch die Medikamente aufgetreten sind
– bei kalten Knoten, die größer als 1 cm sind, da hier eine bösartige Veränderung vorliegen kann.

Wenn wir uns für die Operation entschieden haben, bevorzugen wir eher eine großzügige Entfernung von Schilddrüsengewebe, um eine spätere, erneute Operation möglichst zu vermeiden. Hierbei werden die Regeln der kosmetischen Schilddrüsenchirurgie angewandt (kleiner Hautschnitt innerhalb einer Halsfalte).

Bei jeder Operation benutzen wir zur Schonung des Stimmbandnerven das Neuromonitoring !

konservativ oder operativ?

Die Entscheidung, welche Behandlung wir dem Patienten empfehlen können, treffen wir in enger Zusammenarbeit mit dem Hausarzt, dem Radiologen und natürlich mit dem Patienten zusammen.

Qualitätsbericht „Schilddrüsenoperation 2005 – 2013“

Anzahl Menden [%] Lit.  [%]
Operationen
Anzahl (gesamt) 628
vollständige Entfernung beider Lappen (totale Thyreoidektomie) 286 45,5
Teilentfernung + vollst. Entf. der Gegenseite (Op nach DUNHILL) 117 18,6
vollständige Entfernung eines Lappens (Hemithyreoidektomie) 201 32,0
Teilentfernung beider Lappen (subtotale Resektion bds.) 15 2,4
Teilentfernung eines Lappen (subtotale Resektion einseitig) 9 1,4
stat. Verweildauer im Durchschnitt 3 Tage
Verteilung der histolog. Befunde
Knotenstruma 509 81,1 80
Immunthyreopathie 53 8,4 6
Carcinom 35 5,6 6
Rezidiv (voroperierte Schilddrüse) 31 4,9 6
Komplikationen
Stimmbandlähmung (einseitig)1 8 1,3 2 bis 4
Stimmbandlähmung (beidseitig)1 0 0,0 0,03
postop. Hypoparathyreoidismus 2 4 0,6 2 bis 5
Nachblutung3 18 2,9 1 bis 5
Wundinfektion4 2 0,3 1
1 länger als 6 Monate (alle Patienten wurden routinemäßig nach der Operation von einem HNO Arzt nachuntersucht!)
2 dauerhafte Therapie erforderlich
3 erneute Operation erforderlich
4 Vereiterung

 

Bitte beachten Sie: Informationen aus dem Internet sind wichtig, können aber das persönliche, individuelle Gespräch in keiner Weise ersetzen. Sollten sich für Sie weitergehende Fragen ergeben haben, so kommen sie doch in unsere Schilddrüsensprechstunde oder schreiben Sie uns per e-mail . Wir möchten Ihnen gerne helfen!