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Leistenbruch

Definition

Aufgrund einer Schwäche im Bereich der Bauchwand entsteht hier eine Lücke, so daß sich das Bauchfell ausstülpt.

Symptome

Besonders nach schwerem Heben oder chronischem Husten kann es in der Leistenregion zu Erweiterungen des Leistenkanales kommen und so Gewebe austreten. Dann bildet sich meistens eine Vorwölbung , die sichtbar und tastbar ist. Manchmal bestehen aber auch nur Schmerzen in der Leistenregion.

Operationsverfahren

Kunststoffnetz

Das früher am meisten geübte Verfahren, diese Lücke über einen Leistenschnitt durch mehrere Nahtreihen (Operation nach Shouldice) zu verschließen, wird heute zunehmend durch die Verwendung von Kunststoffnetzen abgelöst. Dies kann von „außen“ mit Schnitt (Operation nach Lichtenstein) oder von „innen“, laparoskopisch (TEPP oder TAPP) geschehen. Wir benutzen hierzu ein Netz aus reinem Polypropylen in der Größe von 10 x 15 cm (s. Abb. 1). Nach der „Schnittoperation“ wird eine 4-6 wöchentliche Schonung empfohlen; nach der laparoskopischen Technik ist eine Vollbelastung schon nach wenigen Tagen möglich.

Bei Kindern (bis 14. Lebensjahr) gibt es die Möglichkeit das „Loch“ in der Bauchwand durch eine Naht von „innen“ zu verschließen (Herniorraphie nach Schier ).

Vorgehen in unserer Klinik

• Operation nach Shouldice
Diese Methode setzen wir besonders bei Patienten unter 40 Jahre mit erstmalig aufgetretenem, kleinen Bruch ein. Diese Operation wird in der Regel ambulant durchgeführt.

• Operation nach Lichtenstein
Dieses Verfahren kommt beim älteren Menschen mit großen, komplizierten Brüchen und nach Vorperationen am Bauch zur Anwendung.

• TEPP oder TAPP
Bei beiden Techniken wird von „innen“ mit einer Kamera über drei kleine Schnitte operiert. Wir bevorzugen die TEPP Technik (Total-extraperitoneale Patchplastik), da hierbei die Bauchhöhle nicht eröffnet wird. Bei der TAPP Technik (Transabdominelle Patchplastik ) wird die Bauchhöhle eröffnet. Wir favorisieren die TEPP Technik bei bereits voroperierten Leistenbrüchen (Rezidiv) oder bei doppelseitigen Brüchen . Darüber hinaus kommt diese Technik auch besonders bei Patienten, die körperlich schwer arbeiten müssen oder schnell wieder „fit“ sein wollen, zum Einsatz.

• Herniorraphie nach Schier
Beim kindlichen, angeborenen Leistenbruch bevorzugen wir ebenfalls die laparoskopische Operationstechnik ohne Schnitt in der Leiste. Wir sehen hierin den Vorteil, sicher beide Seiten beurteilen und – falls erforderlich -auch verschließen zu können. Die Kinder können sofort herumlaufen und es bleiben kaum sichtbare Narben.

Statistik unserer Leistenbruch-Operationen der Jahre 2005 bis 2008

 
 Operationstechnik  Ersteingriff  Rezidiveingriff  gesamt
 Shouldice  48  0  48
 Lichtenstein  115  24  139
 TEPP  314  39  353
 TAPP  8  2  10
 Schier  14  0  14
 Summe  564

Bitte beachten Sie: Informationen aus dem Internet sind wichtig, können aber das persönliche, individuelle Gespräch in keiner Weise ersetzen. Sollten sich für Sie weitergehende Fragen ergeben haben, so kommen sie doch in unsere Sprechstunde oder schreiben Sie uns per e-mail. Wir möchten Ihnen gerne helfen!