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Fast Track Konzept
bei geplanten Operationen am Dickdarm und an der Bauchschlagader

Sehr geehrter Patientin, sehr geehrter Patient!

Bei Ihnen ist eine Operation am Dickdarm oder an der Bauchschlagader erforderlich welche wir nach dem Fast Track Konzept durchführen möchten.

Was ist das Fast Track Konzept? [fast track (engl.) = schnelle Spur]

Nach einer Operation im Bauchraum kommt es in der Regel zu körperlichen Auswirkungen die bislang eine längere Erholungsphase erforderlich machten. Als Ursache hierfür wurden in der klinischen Forschung folgende Faktoren erkannt:

– Stressreaktion
– Schmerzen
– Bettruhe
– Flüssigkeitsüberlastung
– Unterkühlung während der Operation
– Darmlähmung
– Übelkeit und Erbrechen nach der Operation
– Fastenperioden vor und nach der Operation

In den letzten Jahren wurden Methoden entwickelt die all diese Faktoren günstig beeinflussen und somit zu einer Senkung der allgemeinen Komplikationen (Lungenentzündung, Thrombose, etc.) und schnelleren Erholung führen. Insbesondere sind mit diesen Verfahren geringere Schmerzen, eine frühere Nahrungsaufnahme und Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit sowie letztlich auch eine Verkürzung des stationären Aufenthaltes zu erreichen.

Professor Kehlet aus Kopenhagen / Dänemark hat Anfang der 90iger Jahre erstmals all diese Maßnahmen zu einem Gesamtkonzept zusammengefasst das er das „Fast Track Konzept „nannte und das seither an vielen Kliniken sehr erfolgreich eingesetzt wird.

Die Anwendung dieses Konzeptes ist insbesondere geeignet für alle geplanten Operationen am Dickdarm bei Tumorerkrankungen wie entzündlichen Erkrankungen, sowie auch für Eingriffe an der Bauchschlagader.

Wie funktioniert das Fast Track Konzept?

  • Sie dürfen und sollen am Tag vor der Operation essen und trinken und noch bis 2 Stunden vor der Narkose gesüßten Tee zu sich nehmen
  • Eine Darmreinigung mit einer Trinklösung ist bei den meisten Eingriffen nicht mehr erforderlich
  • Am Operationstag erhalten Sie zusätzlich zur Vollnarkose einen Rückenkatheter (Periduralkatheter) über den während der Narkose und in der ersten Tagen nach der Operation schmerzstillende Medikamente gegeben werden können. Hierdurch lässt sich der Bedarf an anderen Schmerzmitteln erheblich senken, wobei weitgehend Medikamente verwand werden die die Darmfunktion wenig beeinträchtigen.
  • Während der Operation kommen bevorzugt minimal- invasive Operationsverfahren ( „Schlüsselloch- Chirurgie“ ) zum Einsatz sowie quere Bauchschnitte welche die Atmung weniger beeinträchtigen und weniger Schmerzen verursachen
  • Auf Magensonden sowie Katheter und Drainagen wird soweit möglich verzichtet
  • Ab dem Abend des Operationstages dürfen Sie bereits wieder trinken und in den nächsten 2 bis 3 Tagen können Sie zunehmend flüssige und feste Kost zu sich nehmen. Hierdurch werden weniger Infusionen erforderlich während gleichzeitig die Darmfunktion angeregt wird. Negative Auswirkungen auf eine Darmnaht ergeben sich hierdurch nicht.
  • Bereits am Operationstag können Sie mit Hilfe das Bett verlassen; in den folgenden Tagen erfolgt zudem eine intensive krankengymnastische Betreuung um schneller wieder selbstständig mobil zu sein.

Dieser Ablauf wird streng überwacht und selbstverständlich den individuellen Bedürfnissen des einzelnen Patienten angepasst. Unser Ziel ist dabei Ihnen zu helfen damit Sie die Folgen der Operation so gut wie möglich überwinden und schnell wieder genesen. Die stationäre Entlassung erfolgt in Absprache mit Ihnen wenn Sie sich hierzu in der Lage fühlen (meistens am 7. Tag).

Um diese Konzept umzusetzen sind wir auf Ihre aktive Mitarbeit angewiesen, deshalb bitten wir Sie sich mit Fragen oder Problemen jederzeit an uns zu wenden!

Selbstverständlich sind wir auch nach der stationären Behandlung über unsere Ambulanz oder telefonisch weiterhin für Sie erreichbar.

Abteilung für Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie
Abteilung für minimal-invasive Chirurgie
Chefarzt Dr. med. Andreas Wallasch
Arzt für Chirurgie/Visceralchirurgie

Am Stein 24
58706 Menden
Tel.: 02373/168-1201
Fax: 02373/168-1202

Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Chefarzt Dr. med. Markus Berghoff

Am Stein 24
58706 Menden
Tel.: 02373/168-1101
Fax. 02373/168-1102

Mit den besten Wünschen für Ihre Genesung!

Ihr Anästhesie- und Chirurgie-Team

Auswertung Fast-Track (01.08.2005 bis 31.12.2007)
(198 Darm- u. Enddarmeingriffe; 38% laparoskopisch, 62% konventionell)

 

Wund-
infektion
1
Schwäche
Darmnaht
2
allg.
Kompl.
3
Entlassung 4 Wieder-
aufnahme
5
3,5%
(13%)*
3,0%
(3,0%)*
3,5%
(7%)*
82%
(88%)*
3,8%
(11%)*

* Zahlen in Klammern: Angaben Literatur in %
1 = Eröffnung der Wunde erforderlich
2 = erneute Operation erforderlich
3 = Lungenentzündung, Thrombose, Blasenentzündung
4 = am 7. Tag nach Operation
5 = Wiederaufnahme innerhalb von 30 Tagen

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