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Blinddarmentzündung (Appendicitis)

Definition:

Blinddarm

Aufgrund einer Stauung des Speisebreis im blind endenden Wurmfortsatz (s. Abbildung) kommt es zu einer Ausbreitung von Bakterien, die zu einer Entzündung des Organes führen (Appendicitis). Der Wurmfortsatz enthält viele Lymphfollikel, die besonders im Kindesalter bei einem Allgemeininfekt mitreagieren.

Symptome:

Typischerweise beginnt eine Blinddarmentzüdung in der Magengegend bzw. um den Nabel herum. Innerhalb weniger Stunden entwickeln sich dann Schmerzen im rechten Unterbauch; hinzu kommen Appetitlosigkeit, Erbrechen und Übelkeit. Nicht selten gibt es aber auch untypische Verläufe, so dass die Blinddarmentzündung auch heute noch immer für eine „Überraschung“ gut ist.

Diagnostik:

Bei der „klassischen Blinddarmentzündung“ erfolgt eine Blutuntersuchung, eine Sonographie des Bauches. Bei unklaren Beschwerden wird besonders bei Frauen eine gynäkologische Abklärung eingeleitet.

Operationsverfahren:

In der heutigen Zeit stehen sich die konventionelle Blinddarmentfernung und die laparoskopische Blinddarmentfernung als gleichwertige Verfahren gegenüber.

Bei der Schnittoperation wird ein etwa 4 cm langer Hautschnitt im rechten Unterbauch angelegt, die Bauchwand schichtweise durchtrennt und dann der Blinddarm entfernt. Dieses Verfahren gibt es seit vielen Jahrzehnten, es wird daher von einigen Chirurgen als das sicherere Verfahren angesehen. Als Nachteil muß eine Wundinfektionsrate bis zu 10% genannt werden. Bei der laparoskopischen Operationstechnik wird mit Hilfe einer Kamera und insgesamt drei kleinen Schnitten die Bauchhöhle gespiegelt, von innen der Blinddarm freipräpariert und durch eine Stahlhülse (Trokar) entfernt. Hierbei berührt der entzündete Blinddarm die Bauchwand nicht, so dass Wundinfektionen sehr selten (2-3 %) sind. Dieses Verfahren gibt es seit etwa 17 Jahren. Zusätzlich kann durch die Spiegelung der gesamte Bauchraum beurteilt werden, wodurch auch andere Erkrankungen erkannt und behandelt werden können. Grundsätzlich sind Verwachsungen nach laparoskopischen Operationen sehr selten.

Vorgehen in unserer Klinik:

Wir bemühen uns um eine strenge Indikationsstellung, d.h. nicht jeder rechtsseitige Unterbauchschmerz muß operiert werden. Andererseits darf aber auch keine Blinddarmentzündung übersehen werden, d.h. die Rate an durchbrochenen Blinddarmentzündungen (Perforation) soll möglichst niedrig sein (s. eigene Ergebnisse).

Das Standardverfahren in unserer Klinik ist die laparoskopische Appendektomie . Bei dieser Operationstechnik benutzen wir das Ultraschallskalpell zum schonenden und bluttrockenen durchtrennen von Gewebe. Die Patienten können bereits nach 3-4 Tagen das Krankenhaus verlassen. Die konventionelle Blinddarmentfernung kommt bei sehr kleinen Kindern, beim mehrfach voroperiertem Patienten und wenn die laparoskopische Operationstechnik problematisch wird, zum Einsatz.

Qualitätsbericht unserer Appendicitis-Eingriffe 2005 – 2008

 Operationen  Menden  Menden in %  Literatur in %
 Anzahl gesamt  347
 laparoskopisch  319  92,0
 laparosk./Umsteiger  20  5,7  10-20
 offen-chirurgisch  8  2,3
 stat. Verweildauer im Durchschnitt  4 Tage
 Verteilung der Befunde
 chronische Entzündung  108  31,1
 leichtgradige Entzündung (katarrhalisch)  63  18,2
 mittelgradige Entzündung (phlegmonös)  110  31,7
 schwergradige Entzündung (gangränös)  32  9,2
 geplatzter Blinddarm (perforiert)  19  5,5
 sonstige (Karzinoid, Endometriose, etc)  15  4,3
 Komplikationen
 Wundinfektion 1  4  1,2  4-10
 Abszeß, Darmverklebung  1  0,3  1
 erneute Operation  2  1,2  1
 Darmverschluß  0  0,0  1
 Letalität  0  0,0  0,2

1 Vereiterung

Bitte beachten Sie: Informationen aus dem Internet sind wichtig, können aber das persönliche, individuelle Gespräch in keiner Weise ersetzen. Sollten sich für Sie weitergehende Fragen ergeben haben, so kommen sie doch in unsere Sprechstunde oder schreiben Sie uns per e-mail. Wir möchten Ihnen gerne helfen!